Thèmes – Egalité – Conciliation

RESOLUTION: Vorstand von Travail.Suisse fordert 5 Milliarden Franken, um den Rückstand in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aufzuholen

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22 novembre 2018, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique de l'égalité et Adrian Wüthrich, Président Drucker-icon

5 Milliarden Franken, um den Rückstand in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aufzuholen

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert vom Bund die Verabschiedung eines Aktionsplans mit Massnahmen zugunsten der Vereinbarkeit. Gemäss den neusten Erkenntnissen und Daten belaufen sich die dafür nötigen Investitionen auf insgesamt 5 Milliarden Franken, das heisst 500 Millionen Franken jährlich während mindestens 10 Jahren.

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Ehrgeiz: Damit lässt sich zusammenfassen, was Travail.Suisse vom Bund in Sachen Vereinbarkeit fordert. Der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden setzt sich seit vielen Jahren für mehr Vereinbarkeit ein. Er ist überzeugt, dass die bisher ergriffenen, zu zaghaften und zeitlich befristeten Massnahmen unser Land langsam, aber sicher in die Katastrophe führen.

Die Schweiz muss jetzt in Vereinbarkeit investieren

Viele Parameter erklären die aktuelle Sackgasse: die Alterung der Bevölkerung, der immer stärker wachsende Bedarf an familienergänzenden Betreuungsstrukturen für Kinder und an Betreuungsstrukturen für kranke und älter werdende Angehörige, der Fachkräftemangel oder etwa die tiefe Geburtenrate trotz anhaltend grossem Kinderwunsch. Diese Parameter erfordern ehrgeizige Massnahmen und erhebliche Investitionen. Adrian Wüthrich, Nationalrat und Präsident von Travail.Suisse: "Die Schweiz, eines der reichsten Länder der Welt, muss für Vorschulkinder mindestens so viel ausgeben wie die anderen OECD-Länder. Das ist durchschnittlich achtmal mehr“. Investitionen in die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Praxis, denn heute sind es vor allem die Frauen, die in Sachen Vereinbarkeit den Grossteil der Last tragen.

Der Vorstand von Travail.Suisse hat eine Resolution für einen Aktionsplan Vereinbarkeit verabschiedet und fordert, dass die Schweiz massiv in die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und allen anderen Lebensbereichen investiert. Die Schweiz soll mindestens 10 Jahre lang jährlich rund 500 Millionen Franken dafür einsetzen, insgesamt also 5 Milliarden Franken. Dieser Betrag besteht aus der Summe der Kosten, welche die Umsetzung der wichtigsten Massnahmen verursacht (Krippenplätze, Betreuungsstrukturen für Kleinkinder, Finanzhilfen im Hinblick auf die Senkung der Kosten zulasten der Eltern, Vaterschaftsurlaub und andere Elternurlaube, Urlaube für betreuende und pflegende Angehörige usw.). Bereits im Budget 2019, das einen Überschuss von 1,3 Milliarden vorsieht, besteht für Travail.Suisse die Möglichkeit 700 Millionen Franken dafür einzustellen.

Im Rahmen der Fachkräfteinitiative (FKI) wurde die Vereinbarkeit als wichtigster Pfeiler für die Ausschöpfung des Fachkräftepotenzials bezeichnet. Leider hatte der Bundesrat abgelehnt, konkrete Massnahmen vorzuschlagen. Jetzt ist das Parlament gefordert, denn jeder in die Vereinbarkeit investierte Franken generiert einen Gewinn für die öffentlichen Finanzen.

Parlamentarische Vorstösse sind geplant

Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse und Nationalrat sowie Jacques-André Maire, Vizepräsident von Travail.Suisse und Nationalrat werden in der Wintersession einen Vorstoss für ein Rahmengesetz für die Betreuungsinfrastruktur als Service public einreichen. Die heutige Anschubfinanzierung des Bundes kann zu einem solchen Rahmengesetz umgebaut werden, damit die Betreuungsinfrastruktur für Kinder und pflegebedürftigen ältere Menschen finanziert und aufgebaut werden kann. Der Vorstoss ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, weitere werden folgen. Klar ist: Wird nichts unternommen, so werden die Arbeitnehmenden als erste mit ihrer Gesundheit für die Versäumnisse bezahlen und mittelfristig wird es die gesamte Wirtschaft treffen. Für das Wohl aller ist jetzt die Zeit gekommen, mit Ehrgeiz in die Vereinbarkeit zu investieren.

Für mehr Informationen :
Adrian Wüthrich, Nationalrat und Präsident, Tel. 079 287 04 93
Jacques-André Maire, Nationalrat und Vizepräsident, Tel. 078 709 48 50
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, Tel. 079 598 0637

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22 novembre 2018, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique de l'égalité et Adrian Wüthrich, Président Drucker-icon

Einseitige Flexibilisierung erhöht Druck auf Arbeitnehmende

Das «Barometer Gute Arbeit» ist ein Kooperationsprojekt der Berner Fachhochschule, Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, und der Gewerkschaft Syna. Die repräsentativen Ergebnisse beleuchten die Qualität der Arbeitsbedingungen in der Schweiz und ihre Veränderungen. Im Fokus der Ausgabe 2018 stehen grosse psychosoziale Belastungen, mangelnde Förderung der Weiterbildung und abnehmende Arbeitsmarktmobilität. Ausserdem wird die einseitige Flexibilisierung der Arbeitszeiten beleuchtet. mehr

Der Druck auf die Arbeitnehmenden ist hoch und psychosoziale Belastungen wie Stress oder emotionale Erschöpfungszustände nehmen zu. Gleichzeitig verlieren Arbeitnehmende durch einseitige Flexibilisierungen immer mehr die Hoheit über ihre freie Zeit, was die Vereinbarkeit zwischen Arbeit und Privatleben erschwert. Dazu kommen mangelhafte Investitionen der Arbeitgeber in die Arbeitsmarktfähigkeit ihre Angestellten.

Einseitige Flexibilisierung zuungunsten der Arbeitnehmenden

Unter dem Schlagwort der Flexibilisierung werden aktuell massive Angriffe auf den Arbeitnehmerschutz gestartet. Eine Vorlage zum Angriff auf die Arbeitszeiterfassung (Pa.Iv. Keller Sutter), für die massive Ausdehnung der wöchentlichen Arbeitszeiten und der Verkürzung der Ruhezeiten (Pa.Iv. Graber) befindet sich in Vernehmlassung. Doch die Ergebnisse des Barometers Gute Arbeit zeigen schon jetzt einen Verlust der Arbeitnehmenden auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeiten: Zwischen 2015 und 2018 hat sich der Anteil derjenigen ohne Einfluss auf die Arbeitszeiten von 13.1 auf 17.8 Prozent erhöht, während der Anteil der Personen mit sehr viel Einfluss von 29 auf 24.5 Prozent abgenommen hat. Gleichzeitig wird deutlich, dass ein Drittel der Arbeitnehmenden nicht selber ihre Pausen und die Mehrheit nicht selber über Arbeitsbeginn und Arbeitsende bestimmen kann und eine Reduktion des Arbeitspensums für einige Wochen nur einer kleinen Minderheit der Arbeitnehmenden möglich ist. „Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten findet sehr einseitig statt und geht auf Kosten der Gesundheit und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Stress und emotionale Erschöpfung werden von den Arbeitnehmenden am negativsten bewertet: 40 Prozent fühlen sich oft oder sehr häufig durch ihre Arbeit gestresst. „Stress und emotionale Erschöpfung erleben Arbeitnehmende als Berufsalltag und Krankenversicherer als zunehmende Gesundheitsbelastung – ein regelmässiges Stressmonitoring durch die Politik fehlt aber noch immer“, sagt Fischer.

Zuwenig Unterstützung bei der Weiterbildung beeinträchtigt die Arbeitsmarktmobilität

Obwohl Aus- und Weiterbildung als Schlüssel für eine erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen durch die Digitalisierung gelten, erleben fast die Hälfte der Arbeitnehmenden keine oder unzureichende Förderung der Weiterbildung durch den Arbeitgeber. „Gerade tiefer Qualifizierte aber auch ältere Arbeitnehmende werden in ihren Weiterbildungsbemühungen oftmals alleine gelassen und drohen so den Anschluss an den Arbeitsmarkt zu verlieren“, sagt Fischer. So glaubt eine Mehrheit von 51.4 Prozent der Arbeitnehmenden nicht oder kaum daran, bei Stellenverlust wieder eine vergleichbare Stelle zu finden. Es erstaunt also nicht, dass auch der Anteil der Arbeitnehmenden ohne Arbeitsmarktmobilität seit 2015 kontinuierlich von 17.8 auf 21.1 Prozent gestiegen ist. Gerade heute, in Zeiten von Fachkräftemangel und Digitalisierung, müssten Arbeitnehmende aber die Möglichkeit erhalten, sich immer weiter zu qualifizieren, um bis zu Pensionierung die Arbeitsstelle behalten zu können.

Hände weg vom Arbeitsgesetz und zwei weitere Forderungen

Zukunftsfähige Arbeit muss die Gesundheit der Arbeitnehmenden schützen, ihre Motivation erhalten und ein gewisses Mass an Sicherheit bieten. Auf Basis der aktuellen Resultate des „Barometer Gute Arbeit“ stellt Travail.Suisse folgende Forderungen:

1. Hände weg vom Arbeitsgesetz:
Mit der Abschaffung der Arbeitszeiterfassung und der wöchentlichen Höchstarbeitszeit hat die bürgerliche Politik den Angriff auf die Arbeitszeiten der Arbeitnehmenden verschärft. Es drohen Gratisarbeit, 70-Stunden Woche und eine Zunahme von Belastung und Burn-out. Beides lehnt Travail.Suisse vehement ab und wird notfalls auch das Referendum ergreifen. Das Arbeitsrecht soll nicht verschrottet, sondern zwingend verbessert werden – dies gilt gerade angesichts des zu erwartenden Wandels durch die Digitalisierung.

2. Installieren eines Stressmonitorings:
Stress ist bereits heute weit verbreitet in der Arbeitswelt. Damit ist auch ein Ansteigen der psychosozialen Belastungen verbunden. Die Politik muss ein Stressmonitoring einführen, um die Entwicklung im Auge zu behalten und geeignete Schutzmechanismen für die Arbeitnehmenden aufzubauen.

3. Mehr Weiterbildung – auch für tiefer qualifizierte Arbeitnehmende:
Die Verantwortung für die Weiterbildungstätigkeit liegt heute zu stark bei den Arbeitnehmenden selber. In Zeiten von beschleunigtem Strukturwandel durch Digitalisierung wird der Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit aber zu einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung. Für Travail.Suisse ist der Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit ein zentrales Anliegen. Dazu müssen neben den Arbeitnehmenden auch die Arbeitgeber mit mehr Engagement beitragen. Travail.Suisse fordert ausserdem einen Fonds, über den Weiterbildungen und Umschulungen für (ältere) Arbeitnehmende im Zuge der Digitalisierung finanziert werden können.

>> zum Blog des BFH-Zentrums Soziale Sicherheit «Besseres Arbeitsklima trotz steigender Jobunsicherheit» auf «"knoten & maschen":https://www.knoten-maschen.ch/barometer_gute_arbeit_2018/»
>> Interaktive Grafik des Barometer Gute Arbeit
>> Mehr Informationen zum Syna-Kongress vom 19./20. Oktober zum Thema „Unsere Arbeit – unsere Zukunft“

Weitere Informationen:
• Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 076 412 30 53
• Arno Kerst, Präsident Syna, 079 598 67 70

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2018 10 12 Barometer-Gute-Arbeit Medienmitteilung d.pdf 160 KB

2018 10 12 Barometer-Gute-Arbeit Analysetext G-Fischer TravailSuisse d.pdf 831 KB

2018 10 12 Barometer-Gute-Arbeit Redetext A-Wuethrich TravailSuisse d.pdf 87 KB

2018 10 12 Barometer-Gute-Arbeit Redetext A-Kerst Syna d.pdf 212 KB

2018 10 12 Barometer-Gute-Arbeit Schlussbericht d.pdf 3352 KB

12 octobre 2018, Adrian Wüthrich, Président et Gabriel Fischer, Responsable politique économique Drucker-icon

Erfolgreiches Impulsprogramm nicht abwürgen

Morgen entscheidet der Nationalrat darüber, ob das äussert erfolgreiche Impulsprogramm zur Schaffung familienergänzender Kinderbetreuungsplätze weitergeführt werden kann. Travail.Suisse empfiehlt dringend, der WBK-N zu folgen und das Impulsprogramm zu verlängern. mehr

Dank dem Impulsprogramm wurden bis heute rund 55‘000 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen. Die Evaluationen des Programms zeigen, dass die Anstossfinanzierung ein effizientes und nachhaltiges Förderinstrument darstellt. Die Nachfrage der Eltern ist aber nach wie vor grösser als das Betreuungsangebot. Ein ausreichendes Angebot ist absolut zentral, damit Familie und Beruf in der Schweiz vereinbart werden können. Das Impulsprogramm muss deswegen zwingend fortgeführt werden. Das Impulsprogramm folgt auch in einem starken gesamtwirtschaftlichen Interesse. „Zusätzliche Betreuungsplätze ermöglichen es den Eltern, stärker berufstätig zu sein. Damit kann einerseits dem Fachkräftemangel begegnet werden und andererseits können dadurch höhere Steuereinnahmen generiert werden“, sagt Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse. Diese zusätzlichen Steuereinnahmen übersteigen die Investitionen in die Betreuungsplätze bei weitem. Das sieht übrigens auch der Arbeitgeberverband so. Anstatt mit dem Vaterschaftsurlaub und der Förderung der familienexternen Betreuung zwei wichtige familienpolitische Massnahmen gegeneinander auszuspielen, tut der Nationalrat gut daran, zeitgemässe und dringend notwendige Angebote zu unterstützen und morgen das erfolgreiche Impulsprogramm nicht abzuwürgen.

Mehr Informationen:
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse, Mobile: 079 777 24 69

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2018 06 11 Impulsprogramm nicht abwuergen d.docx 40 KB

11 juin 2018, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale Drucker-icon

Irrsinn: Der Bundesrat will das Impulsprogramm für mehr Kinderbetreuungsplätze abschaffen

Noch immer gibt es zu wenig Kindertagesstätten und Tagesschulen in der Schweiz. Trotzdem hat der Bundesrat heute die Verlängerung des Impulsprogramms zu Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen abgelehnt. Das ist aus Sicht von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, eine Ohrfeige für berufstätige Eltern. mehr

Im Jahr 2017 sind erstmals mehr Personen aus dem Arbeitsmarkt aus- als in ihn eingetreten. Das bedeutet, dass der Fachkräftemangel langsam aber sicher zur Realität wird. Ein Instrument gegen den Fachkräftemangel sind Massnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie sie die Fachkräfteinitiative bereits vorsieht. „Dass der Bundesrat das Impulsprogramm zur Schaffung von neuen Betreuungsplätzen ausgerechnet jetzt abschaffen will, ist schlicht Irrsinn“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse.

Am 18. Oktober 2017 hat der Bundesrat zudem einen Vaterschaftsurlaub abgelehnte mit der Begründung, dass er „dem bedarfsgerechten Ausbau familienergänzender Kinderbetreuungsangebote prioritäre Bedeutung“ zumisst. Dass er nun auch diesen Ausbau ablehnt macht klar: „Der Bundesrat will keine Familienpolitik, er will Familien nicht unterstützen und auch die Frauen nicht im Arbeitsmarkt haben“, sagt Wüthrich.

Der Nationalrat wird voraussichtlich am 12. Juni darüber entscheiden, ob der Variante des Bundesrats, das Impulsprogramm nicht zu verlängern, oder der Variante der Kommission (Verlängerung) gefolgt wird. Travail.Suisse empfiehlt dringend, der WBK-N zu folgen und das Impulsprogramm zu verlängern.

Weitere Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93

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2018 05 16 MM Impulsprogramm externe-Kinderbetreuung d.docx 42 KB

16 mai 2018, Adrian Wüthrich, Président Drucker-icon