Thèmes – Egalité – Maternité et paternité

Vaterschaftsurlaub braucht dringend eine gesetzliche Basis

Travail.Suisse hat die Zahlen zur Verbreitung des Vaterschaftsurlaubs in der Schweizer Wirtschaft aktualisiert (Stand Juni 2019). Dabei wurden die grössten und dazu die allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträge analysiert (gut 40 GAV). Es zeigt sich: Es geht nur langsam vorwärts mit einem Vaterschaftsurlaub. Für fast die Hälfte der einem Gesamtarbeitsvertrag unterstellten Arbeitnehmenden sind nach wie vor nur 1-2 Tage Vaterschaftsurlaub vorgesehen. Bei den grossen Unternehmen gibt es zahlreiche Beispiele mit 10 bis 20 Tagen Vaterschaftsurlaub.

Aktualisiert wurden auch die Zahlen zur öffentlichen Hand als Arbeitgeberin. Beim Bund, den Kantonen, den grössten Städten und den Kantonshauptorten werden 5-10 Tage Vaterschaftsurlaub je länger je mehr zur Norm. Einen Vaterschaftsurlaub im Bereich von 20 Arbeitstagen, wie von der Volksinitiative von Travail.Suisse gefordert, bieten jedoch nur grössere städtische Zentren an.

Insgesamt besteht ein grosser Unterschied zwischen grossen und kleinen Arbeitgebern: Grosse Arbeitgeber sehen einen – wenn auch bescheidenen – Vaterschaftsurlaub vor, kleinere Arbeitgeber in der Regel nicht. Diese Lücke kann nur mit einer gesetzlichen Regelung zum Vaterschaftsurlaub und einer solidarischen Finanzierung geschlossen werden, welche gleiche Bedingungen für alle schafft.

> Factsheet Vaterschaftsurlaub in den Gesamtarbeitsverträgen, der öffentlichen Verwaltung und in den grösseren Unternehmen


Bald hat die Schweiz einen Vaterschaftsurlaub

Die Vaterschaftsurlaubs-Initiative wurde in der vergangenen Sommersession vom Ständerat als Erstrat behandelt. Statt 20 Tage flexibel beziehbaren Vaterschaftsurlaub wie es die Vaterschaftsurlaubs-Initiative will, sollen die Väter künftig immerhin ein Recht auf 10 Tage Vaterschaftsurlaub erhalten. Das ist immerhin ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung. Doch zuerst entscheidet der Nationalrat in der Herbst- bzw. Wintersession über einen Vaterschaftsurlaub. mehr

Am 20. Juni hat der Ständerat ausgiebig über drei Vorschläge zum Vaterschaftsurlaub debattiert: Über die von Travail.Suisse mitlancierte Volksinitiative “Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie” mit 20 flexibel beziehbaren Tagen, über den Gegenentwurf der vorberatenden Kommission mit 10 Tagen und über einen Vorschlag, gemäss dem Ferien für den Vaterschaftsurlaub eingesetzt werden könnten. Aktive Mitstreiter/innen für einen 20-tägigen haben die Debatte auf der Besuchertribüne verfolgt. So haben die Ständerätinnen und Ständerätinnen gemerkt, dass ihre Debatte von Leuten aus der Zivilgesellschaft verfolgt wird.

Schlechtes Image wegen fehlendem Vaterschaftsurlaub

Von den insgesamt 46 Ständeratsmitgliedern haben sich 17 in der Debatte geäussert. Anders als der Bundesrat hat die vorberatende Kommission der Volksinitiative einen indirekten Gegenvorschlag mit 10 Tagen Vaterschaftsurlaub gegenübergestellt. Einerseits erkannte die Kommission das Potential der Initiative, vom Volk angenommen zu werden. Andererseits reifte bei vielen Ständeratsmitgliedern die Einsicht, dass auch die Schweiz als letztes Land in Europa einen Vaterschaftsurlaub braucht – nicht zuletzt aufgrund breiten gesellschaftlichen Diskussion. Denn klar ist, dass die Väter heute aktiv am Familienleben teilhaben wollen. Sogar für junge Gewerbetreibende wird ein Vaterschaftsurlaub immer mehr zur Selbstverständlichkeit.

Die Schweiz ist das letzte Land in Europa, die keinerlei gesetzliche Bestimmung für einen Vaterschafts- oder Elternurlaub hat – familienpolitisch ist sie ein Entwicklungsland. Das bringt der Schweiz ein schlechtes Image ein, wie treffend erwähnt wurde. Gerade international aufgestellte Unternehmen müssen ihren Arbeitnehmenden erklären, dass die Schweiz ihren Familien keine nennenswerte Unterstützung gewährt. Gerade diese grossen Unternehmen sind es heute, die von sich aus grosszügige Vaterschaftsurlaubsmodelle eingeführt haben. Die neuesten Erhebungen von Travail.Suisse zur Entwicklung des Vaterschaftsurlaubs in den grössten GAV und der öffentlichen Hand zeigen, dass es in vielen Branchen nur dank den Sozialpartnern überhaupt einen Vaterschaftsurlaub gibt und dass diese Entwicklung aber sehr langsam vorwärts geht.1

Indirekten Kosten steht indirekter Nutzen gegenüber

Die Bedürfnisse der heutigen Familien, der Väter und Mütter, wurden in der Debatte sehr differenziert diskutiert und beleuchtet. Die Kosten des Vaterschaftsurlaubs wurden interessanterweise nicht durchgehend als Gegenargument genannt. Der Gegenentwurf bedarf 224 Mio. Franken bzw. 0,6 Lohnprozente, die Initiative gemäss Botschaft des Bundesrates 420 Mio. Franken, insgesamt 0.11 Lohnprozente für die Erwerbsersatzordnung, also von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden je zur Hälfte finanziert. Anfang Juni wurden in den Medien die indirekten Kosten eines Vaterschaftsurlaubs ins Spiel gebracht. Gewerbekreise haben Zahlen aus einer Studie zu kurzfristigen Pflegeurlauben hochgerechnet, die mögliche Aufwände bei der Organisation und Kompensation der Abwesenheit aufzeigt. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ hat den Ständeratsmitgliedern vor der Debatte zusammen mit den wichtigsten Argumenten auch ein Factsheet zu den Kosten zur Verfügung gestellt und auch an die indirekten Nutzen eine Vaterschaftsurlaubs erinnert2. Väter mit Vaterschaftsurlaub sind ausgeglichenere und motiviertere Mitarbeiter und halten dem Unternehmen länger die Treue, was weniger Aufwand zur Folge hat.

Vaterschaftsurlaub ist der erste Schritt zur Elternzeit

In der Abstimmung wurde die Vaterschaftsurlaubs-Initiative mit 29 zu 14 bei einer Enthaltung abgelehnt. Unterstützung erhielt sie von den SP-Ständeratsmitgliedern, sowie je einem Mitglied der Grünen und der FDP. Der Gegenentwurf wurde dank Unterstützung der CVP mit 26 zu 16 angenommen. Das Geschäft geht jetzt an die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates (WBK-N). Diese wird ihre Beratungen noch im Juni aufnehmen, damit der Gegenvorschlag in der Herbstsession und die Initiative in der Wintersession beraten werden kann. Die Initianten werden sich auch im Nationalrat für die Vaterschaftsurlaubs-Initiative einsetzen, da viele Vorteile des Vaterschaftsurlaubs bezüglich Vater-Kind-Bindung und Gleichstellung ab vier Wochen zum Tragen kommen. Ende Jahr wird das Resultat der parlamentarischen Beratung bekannt sein. Gemäss heutiger Einschätzung könnte die Initiative im Mai oder September 2020 zur Abstimmung kommen. Klar ist, dass der Vaterschaftsurlaub ein erster Schritt in Richtung Elternzeit von mindestens 24 Wochen ist. Diese Forderung hat Travail.Suisse seit mehreren Jahren. In rund zwei Jahren müssen alle EU-Länder neben dem Mutterschaftsurlaub einen Vaterschaftsurlaub von mindestens zwei Wochen und eine Elternzeit von mindestens je 8 Wochen für Väter und Mütter einführen. Die Schweiz hat noch einen weiten Weg vor sich. Travail.Suisse wird sich noch lange für eine umfassende und moderne Familienpolitik einsetzen – für die Gleichstellung, für die Familien, für die Arbeitnehmenden.

1 Factsheet Vaterschaftsurlaub in den Gesamtarbeitsverträgen, der öffentlichen Verwaltung und in den grösseren Unternehmen
2 Factsheet Indirekte und direkte Kosten: http://ts-paperclip.s3-eu-west-1.amazonaws.com/system/uploadedfile1s/5182/original/2019_06_20_Factsheet_Direkte-indirekte-Kosten_Vaterschaftsurlaub_d.docx?1561024843

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2019 06 25 Vaterschaftsurlaub Staenderat-sagt-Ja-zu-zwei-Wochen d.docx 22 KB

25 juin 2019, Adrian Wüthrich, Président Drucker-icon

Vaterschaftsurlaub: Ständerat geht mit Baby-Steps in die richtige Richtung

Heute hat der Ständerat an seiner Sitzung über die drei Vorstösse zum Thema Vaterschaftsurlaub diskutiert. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ hat im Juni 2017 erfolgreich die Initiative eingereicht, die 20 Tage Vaterschaftsurlaub fordert – flexibel innert dem ersten Lebensjahr des Neugeborenen zu beziehen. Daer Ständerat hat es heute verpasst zu zeigen, wie in der Schweiz eine moderne Familienpolitik aussehen könnte und hat die Vaterschaftsurlaubs-Initiative abgelehnt. Immerhin erkannte er aber das gesellschaftliche Bedürfnis und hat dem Gegenentwurf zugestimmt. mehr

Zwar hat der Ständerat – im Gegensatz zum Bundesrat – an seiner heutigen Sitzung die Zeichen der Zeit erkannt und zumindest dem Gegenentwurf zur Vaterschaftsurlaubs-Initiative zugestimmt. Doch ein echtes Statement für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist das nicht. „Der Ständerat hat heute zwar einen ersten Baby-Step in Richtung echter Familienpolitik gemacht. Es ist aber unverständlich, hat er nicht mehr Mut bewiesen und Ja gesagt zum vernünftigen Modell mit 20 Tagen Vaterschaftsurlaub“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident des Vereins „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Nationalrat.

Nun liegt der Ball bei Nationalrat. Er wird voraussichtlich in der Herbstsession über den Gegenentwurf entscheiden und in der Wintersession über die Volksinitiative.

Quotes:

Adrian Wüthrich, Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident Travail.Suisse,
Mobile: 079 287 04 93
„Es ist an der Zeit, Familienpolitik für Arbeitnehmende zu machen. Sonst droht uns nicht der Fachkräftemangel sondern ein eigentliches Fachkräfteloch.“

Maya Graf, Vize-Präsidentin Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Co-Präsidentin alliance F,
Mobile: 079 778 85 71
„Ein vernünftiger Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen wäre ein kleiner Anfang in Richtung echter Gleichstellung gewesen – schade, hat der Ständerat diese Chance verpasst.“

Markus Gygli, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident männer.ch,
Mobile: 079 757 79 91
„Die Zeiten, in denen Väter den Kindern gerade mal gute Nacht sagen, sind längst vorbei. Schade, hat das der Ständerat nicht erkannt. Männer haben ein Recht auf einen anständigen Start in der Famlie.“

Philippe Gnägi, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Direktor Pro Familia Schweiz, Mobile: 079 476 29 47
„Es ist Zeit für eine Schweizer Familienpolitik, die ihren Namen verdient.“

Links:
- Factsheet direkte und indirekte Kosten des Vaterschaftsurlaubs: https://bit.ly/2×6RfuQ
- www.vaterschaftsurlaub.ch / www.facebook.com/papizeit / Twitter @papizeit

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2019 06 20 Medienmitteilung Verein Vaterschaftsurlaub-jetzt SR-Entscheid d.docx 56 KB

2019 06 20 Factsheet Direkte-indirekte-Kosten Vaterschaftsurlaub d.docx 59 KB

20 juin 2019, Linda Rosenkranz, Responsable de la communication et Linda Rosenkranz, Responsable de la communication Drucker-icon

Vaterschaftsurlaub: Ständerat kann ein Zeichen setzen

Am Donnerstag berät der Ständerat über den Vaterschaftsurlaub. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ fordert ihn auf, die Volksinitiative für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub zu unterstützen. 20 Tage Vaterschaftsurlaub, flexibel innerhalb des ersten Lebensjahrs des Neugeborenen zu beziehen, sind zeitgemäss und organisierbar. Auch die Kosten sind tragbar. mehr

Der Ständerat hat am Donnerstag die Chance, mit einem Ja zum 20-tägigen Vaterschaftsurlaub ein echtes Zeichen für eine moderne Familienpolitik zu setzen. Der wachsende Fachkräftebedarf der Wirtschaft, kürzere Ansprüche auf Betreuungsleistungen in den Spitälern nach der Geburt und die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter erfordern einen stärkeren Einbezug der Väter nach der Geburt ihrer Kinder. Die Männer sind bereit. Schaffen wir endlich den dafür notwendigen Platz.

Es ist Zeit für ein Zeichen für eine echte Familienpolitik

Der 20-tägige Vaterschaftsurlaub ermöglicht den Müttern eine bessere Erholung nach der Geburt, den Vätern einen Beziehungsaufbau und dem Kind einen geborgenen Start ins Leben im Schoss der gesamten Familie. Auch die Kosten sind tragbar: Wenn alle Väter ihren Anspruch auf Vaterschaftsurlaub geltend machen, kosten 20 Tage Vaterschaftsurlaub rund 420 Millionen Franken pro Jahr. Dies zeigen die Berechnungen des Bundesrates. Das entspricht weniger als einem Prozent dessen, was wir heute für die AHV ausgeben. Oder anders ausgedrückt kostet der Vaterschaftsurlaub Arbeitnehmende und Arbeitgeber je rund 0.055 Lohnprozente, was bei einem durchschnittlichen Schweizer Monatslohn etwa einem Kaffee pro Monat entspricht. Weil die Entschädigungen für Militärdiensttage, die auch über die EO abgerechnet werden, ständig abnehmen, müssen die EO-Beitragssätze mittelfristig gar nicht oder nur unwesentlich angepasst werden.

KMU-Forum hat indirekte Kosten falsch berechnet

In den Medien kursieren zurzeit verwirrende Zahlen über die indirekten Kosten eines Vaterschaftsurlaubs. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ hat in einem Factsheet richtiggestellt, wie Kosten zu berechnen sind und widerlegt damit die kursierenden medialen Gerüchte. Das KMU-Forum liess über die Medien verlauten, dass das Seco für einen 10-tätigen Vaterschaftsurlaubs mit Gesamtkosten von zwischen 672 bis 1.12 Milliarden Franken rechnet. Dies entspricht der Summe aus den direkten Kosten über 230 Millionen Franken und den indirekten Kosten in der Höhe von 450-900 Millionen Franken. „Diese Zahlen sind falsch berechnet und stammen auch nicht vom Seco, wie im Artikel behauptet wird“, sagt Adrian Wüthrich, Nationalrat und Präsident des Vereins „Vaterschaftsurlaub jetzt!“. Das KMU-Forum behauptet mit Bezug auf eine Regulierungsfolgenabschätzung zu den pflegebedingten Arbeitsabwesenheiten, dass die indirekten Kosten des Vaterschaftsurlaubes doppelt bis viermal so hoch ausfallen würden. Den indirekten Kosten stehen indirekte Erträge gegenüber, die Schätzung sind beider Varianten ist allerdings wissenschaftlich sehr umstritten.

Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ stellt den Medienschaffenden ein Factsheet zur Verfügung, das die Berechnungen in ein richtiges Licht stellt.

Mehr Informationen:
• Adrian Wüthrich, Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident Travail.Suisse, Mobile: 079 287 04 93
• Maya Graf, Vize-Präsidentin Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Co-Präsidentin alliance F, Mobile: 079 778 85 71
• Markus Gygli, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident männer.ch, Mobile: 079 757 79 91
• Philippe Gnägi, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Direktor Pro Familia Schweiz, Mobile: 079 476 29 47

Links:
- Factsheet direkte und indirekte Kosten des Vaterschaftsurlaubs
- www.vaterschaftsurlaub.ch / www.facebook.com/papizeit / Twitter @papizeit

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2019 06 20 Factsheet Direkte-indirekte-Kosten Vaterschaftsurlaub d.pdf 406 KB

18 juin 2019, Linda Rosenkranz, Responsable de la communication Drucker-icon

Manifest zum Frauenstreik: „Frauen und Männer gemeinsam für Gleichberechtigung am 14. Juni 2019“

Der Frauenstreik vom kommenden Freitag ist von grosser Bedeutung. Denn obschon Fortschritte in der Gleichstellung gemacht worden sind, gibt es noch immer zu viele Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, setzt sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern aktiv für eine reale Gleichstellung der Geschlechter ein. mehr

Travail.Suisse und seine Mitgliedsverbände haben an ihrer Delegiertenversammlung vom 24. April 2019 ein Manifest zu Gunsten des Frauenstreiks verfasst. Diese Forderungen stehen im Zentrum:

  1. Wir wollen die Lohndiskriminierung vor Ort und konkret bekämpfen.
  2. Wir wollen, dass die Mütter auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr diskriminiert werden.
  3. Wir wollen Rahmenbedingungen, die es erlauben, Erwerbstätigkeit und Betreuungs- und Pflegearbeit zu vereinbaren.
  4. Wir wollen, dass der Staat Massnahmen trifft, um die Elternschaft zu vereinfachen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern.
  5. Wir wollen, dass die Arbeitsbedingungen der Zukunft und neue Arbeitsmodelle
    menschenwürdig sind.

Am 14. Juni an den Frauenstreik für eine echte Gleichstellung

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist leider in der Realität noch immer nicht verwirklicht. „Gute 8 Prozent der Lohndifferenz sind nicht erklärbar, das macht gemäss Bundesamt für Statistik knapp 8 Milliar-den Franken, die Frauen jährlich an Lohn einbüssen“, sagt Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspo-litik bei Travail.Suisse. Doch leider ist das nur eines von vielen traurigen Beispielen: „Dass mindestens eine von zehn Frauen wegen ihrer Mutterschaft auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert sind, dass die Schweiz nach wie vor keine Familienpolitik betreibt, die sich etwa für die langfristige Betreuung von pflegebedürftigen Personen wie Kinder oder Betagte einsetzt, dass es noch immer weder Vaterschaftsurlaub noch Elternzeit gibt, dass Altersarmut noch immer weiblich ist – all das macht Frauen – und Männer – wütend“, sagt Borioli Sandoz.

Eine echte Gleichstellung, die von Frauen und Männern gleichermassen gelebt wird, ist ein Anliegen, das uns alle angeht und für das wir uns gemeinsam einsetzen.

» Der Frauenstreik bei Syna
» Der Frauenstreik bei OCST
» Der Frauenstreik bei den SCIV

Für weitere Informationen:
Valerie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Travail.Suisse, 079 598 06 37

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2019 06 12 MM Frauenstreik d.docx 50 KB

12 juin 2019, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique de l'égalité Drucker-icon

Bundesrat lehnt erneut einen Vaterschaftsurlaub ab

Der Bundesrat lehnt nach der Eidgenössischen Volksinitiative „Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie“ (Vaterschaftsurlaubs-Initiative) auch den Gegenentwurf der Kommission für Gesundheit und Soziales des Ständerates (SGK-S) ab. Die neue Zusammensetzung der Landesregierung hat offenbar zu keinem Umdenken geführt, wenn nicht einmal der sehr bescheidene Vorschlag des Parlaments unterstützt wird. Der Bundesrat verkennt die Bedürfnisse der heutigen Eltern-Generation. mehr

Dem Bundesrat scheint egal zu sein, dass in einer repräsentativen Umfrage 81 Prozent der Bevölkerung einen gesetzlichen Vaterschaftsurlaub befürworten (siehe repräsentative Studie des Link-Instituts von 2015, www.vaterschaftsurlaub.ch). Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ bedauert diese grundsätzliche Haltung der Landesregierung. Sie lässt leider vermuten, dass ihr die Anliegen der heutigen Eltern nicht wichtig genug sind. Ausserdem verkennt der Bundesrat die Entwicklung in Europa: In rund zwei Jahren müssen alle EU-Staaten eine Vaterschaftsurlaub von mindestens zwei Wochen einführen.

20 Tage Vaterschaftsurlaub sind vernünftig, bezahlbar und organisierbar

Der Ständerat ist nun als nächstes an der Reihe. Er wird in der Sommersession – voraussichtlich am 20. Juni – über die Initiative und den Gegenentwurf beraten. Für den Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ ist klar: Die Schweiz braucht jetzt einen Vaterschaftsurlaub! Mit der vorliegenden Volksinitiative für 20 Tage Vaterschaftsurlaub – einzeln und flexibel zu beziehen im ersten Lebensjahr des Kindes – liegt ein vernünftiger Vorschlag auf dem Tisch, der der ganzen Familie nützt. Der Verein empfiehlt dem Ständerat ein deutliches Ja zur Initiative. „Unsere Initiative ist ein gut schweizerischer Kompromiss zwischen der heutigen Situation und den Wünschen nach einem längeren Elternurlaub“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident des Vereins und Nationalrat. Der Verein wird die Ständeratsdebatte aufmerksam verfolgen.

Mehr Informationen:
• Adrian Wüthrich, Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident Travail.Suisse,
Mobile: 079 287 04 93
• Maya Graf, Vize-Präsidentin Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Co-Präsidentin alliance F,
Mobile: 079 778 85 71
• Markus Gygli, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident männer.ch,
Mobile: 079 757 79 91
• Philippe Gnägi, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Direktor Pro Familia Schweiz, Mobile: 079 476 29 47

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2019 05 23 MM Vaterschaftsurlaub-jetzt BR-sagt-nein-zum-Gegenvorschlag d.docx 54 KB

23 mai 2019, Adrian Wüthrich, Président Drucker-icon