Thèmes – Formation – Formation continue

Nachholbildungen pushen

An der Lehrstellenkonferenz werden von den Verbundpartnern grundlegende strategische Entscheidungen in Bezug auf die Berufsbildung getroffen. Travail.Suisse ist erfreut, dass die Verbundpartner einen Grundlagenbericht zu den Möglichkeiten, Chancen und Kosten der Nachholbildung erarbeiten wollen und damit einen ersten Schritt zur ihrer Förderung machen. mehr

Das Berufsbildungsgesetz sieht die Möglichkeit von Nachholbildungen vor. Es sieht aber in seiner heutigen Form nicht vor, dass die Nachholbildungen bewusst gefördert werden. Der Arbeitsmarkt ist jedoch aufgrund der demografischen Entwicklung und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels verstärkt auf Nachholbildungen angewiesen, insbesondere auf Nachholbildungen von Personen, die noch über keinen beruflichen Erstabschluss verfügen.

Ein erster Schritt zu einer wichtigen Neuerung

Indem die Lehrstellenkonferenz einen Grundlagenbericht zur Nachholbildung verlangt, setzt sie den Grundstein zur bewussten und zielgerichteten Förderung der Nachholbildung. Travail.Suisse ist überzeugt, dass die Förderung der Nachholbildung von Personen ohne beruflichen Erstabschluss eines der zentralen bildungspolitischen Themen der nächsten Jahre werden muss. Ein Berufsabschluss verbessert nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig, sondern ist auch für die Gesellschaft höchst profitabel und trägt dazu bei, den absehbaren demografischen Fachkräftemangel zu lindern. Die Alternative zu mehr Nachholbildung sind erstens mehr Migration und zweitens höhere Kosten bei der sozialen Sicherheit. Dies zeigen Studien, die Travail.Suisse zum Thema Nachholbildung veröffentlicht hat (http://www.travailsuisse.ch/de/node/3145).

23 novembre 2012, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation Drucker-icon

Weiterbildungsbeteiligung: Bildungsniveau beeinflusst die Beteiligung stark

Die neusten Daten des Bundesamtes für Statistik zur Weiterbildungsbeteiligung zeigen das altbekannte Bild: Die Weiterbildung führt heute nicht zu einem Ausgleich zwischen den Bildungsschichten, sondern zu zusätzlichen sozialen Ungleichheiten zwischen gering und gut qualifizierten Personen. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, ist das ein akutes wirtschaftliches und politisches Problem, das gelöst werden muss. mehr

Das schweizerische Parlament steht vor der Diskussion des ersten eidgenössischen Weiterbildungsgesetzes. Der Bundesrat wird seinen Vorschlag nächstes Jahr dem Parlament zur Bearbeitung übergeben. Es wird eine zentrale Aufgabe des Parlamentes sein, eine Antwort auf die Frage zu geben, wie wenig qualifizierte Personen den Zugang zur Weiterbildung finden. Es darf nicht sein, dass die Schweizer Wirtschaft das Potenzial der Weiterbildung nicht voll ausnutzt. Und es darf auch nicht passieren, dass viele Arbeitnehmende durch fehlende Weiterbildung ihre Arbeitsmarktfähigkeit verlieren. Gerade angesichts des drohenden Fachkräftemangels ist Weiterbildung für alle unabdingbar.

Aus Sicht von Travail.Suisse muss es selbstverständlich werden, dass in jedem Betrieb alle Mitarbeitenden minimal drei Tage Weiterbildung pro Jahr erhalten. Eine solche Regelung wird zum Beispiel dazu führen, dass endlich auch Weiterbildungsangebote für Wenigerqualifizierte entstehen. Diese fehlen heute weitgehend, weil die Arbeitgeber kaum in die Wenigqualifizierten investieren, die Wenigqualifizierten aus zeitlichen, finanziellen und organisatorischen Gründen einer Weiterbildung wenig nachfragen und sie für die Anbieter eine uninteressante, weil finanzschwache Zielgruppe sind. Als Folge einer solchen Regelung muss ein Weiterbildungsangebot geschaffen werden, das sowohl inhaltlich wie auch didaktisch und methodisch den Bedürfnissen der weniger qualifizierten Arbeitnehmenden angepasst ist. Nur so wird Weiterbildung für alle möglich.

09 octobre 2012, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation Drucker-icon

Nachbesserungen nötig

Travail.Suisse begrüsst grundsätzlich, dass der Bund erstmals ein eidgenössisches Weiterbildungsgesetz zu schaffen sucht. Für Travail.Suisse ist die Schaffung eines Weiterbildungsgesetzes ein wichtiger politischer Schritt, der für die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Schweiz von grosser strategischer Relevanz ist. Allerdings sind wir der Überzeugung, dass der gegenwärtige Entwurf noch nachgebessert werden muss. mehr

Nach Travail.Suisse gibt es zwar viele gute Lösungen und Ansätze im vorliegenden Entwurf zu einem Bundesgesetz über die Weiterbildung. Aber mit relativ wenigen Veränderungen könnte der Gesetzesentwurf zu einem wirklich zukunftsfähigen Entwurf entwickelt werden. Insbesondere folgende Punkte würden das Gesetz aufwerten:

1. die Förderung der Nachholbildung

2. die Unterstützungen für Projekte zur Lösung gesellschaftlicher Probleme

3. die Einsetzung einer Eidg. Weiterbildungskommission mit Beteiligung der Dachverbände der Weiterbildung und der Arbeitswelt

4. die Schaffung von Sanktionsmöglichkeiten gegenüber Betrieben, welche ihre Mitarbeitenden nicht fördern.

Travail.Suisse wird sich intensiv dafür einsetzen, dass die vier erwähnten Punkte Eingang finden in den Gesetzestext.

Annexe Dimension

Vernehmlassung Weiterbildungsgesetz.doc 106 KB

10 avril 2012, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation Drucker-icon

Eine Chance verpasst!

Das Parlament hat an seiner heutigen Sitzung die parlamentarische Initiative Fasel (07.459) leider abgelehnt. Die Initiative forderte drei Tage obligatorische Weiterbildung für alle Arbeitnehmenden, finanziert durch die Arbeitgeber. Travail.Suisse ist enttäuscht über die Entscheidung des Parlaments, weil damit für viele Arbeitnehmende der Zugang zur Weiterbildung weiterhin verschlossen bleibt. mehr

Heute ist der Weiterbildungsbereich so organisiert, dass Weiterbildung die soziale Schere in unserer Gesellschaft öffnet statt schliesst. Denn niedrig qualifizierte Arbeitnehmende haben zu wenige Ressourcen (Zeit, Geld, Eigenmotivation), um sich weiterzubilden und werden von den Arbeitgebenden auch kaum unterstützt. Es sind vor allem die gut qualifizierten Männer mit guten Löhnen, die in den Genuss von Weiterbildungsmassnahmen durch die Arbeitgeber kommen. Hier bräuchte es dringend einen Ausgleich. Dieser hätte durch die Annahmen der Forderung nach drei Tagen obligatorischer Weiterbildung für alle, finanziert von den Arbeitgebern, geschaffen werden können.

Weiterbildung für alle ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Notwendigkeit. Denn Personen ohne regelmässigen Zugang zur Weiterbildung stehen in der Gefahr, aus dem Arbeitsmarkt gedrängt zu werden.

28 février 2012, Bruno Weber-Gobet, Responsable politique de formation Drucker-icon

Weiterbildungsgesetz: Für mehr Chancengleichheit!

Der Bundesrat schickt endlich einen Vorentwurf für ein Bundesgesetz über die Weiterbildung in die Vernehmlassung. Nun müssen wir dafür sorgen, dass dieses Gesetz allen eine echte Chance bietet, sich sozial und beruflich zu integrieren! mehr

Im Mai 2006 stimmte das Volk mit einer Mehrheit von über 87 Prozent dem Bildungsartikel in der Verfassung zu. Es gab damit den Startschuss zu einer umfassenden Neuausrichtung aller Bildungsbereiche auf nationaler Ebene: Harmos, Harmos-Konkordat, «Plan d’étude romand» und Lehrplan 21, Berufsbildung und das im September vom Parlament verabschiedete Hochschulförderungsgesetz HFKG. Noch ausstehend sind das Stipendien-Konkordat, das die Kantone noch nicht ratifiziert haben, und ein Weiterbildungsgesetz.

Heute bestehen bei der Weiterbildung grosse Ungleichheiten

Lebenslanges Lernen ist von zentraler Bedeutung in einer Welt, die sich wirtschaftlich schnell wandelt und in der Wissen und technologischer Fortschritt, aber auch Fragen im Zusammenhang mit der Globalisierung, der Umwelt und der Energie eine immer wichtigere Rolle spielen. Deshalb muss die ganze Bevölkerung die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, beruflich aktiv zu bleiben. Heute bestehen im Weiterbildungsmarkt, der in der Schweiz auf über 5,3 Milliarden Franken pro Jahr geschätzt wird, grosse Ungleichheiten zwischen:

- Personen, die bereits über eine sehr gute Grundausbildung verfügen, häufig auf Tertiärstufe, und die freiwillig regelmässig Weiterbildungen absolvieren (sie machen 75 Prozent der Personen aus, die sich weiterbilden).

- Wenig qualifizierten Personen, die teilweise die Grundkompetenzen im Laufe der Jahre verloren haben, eher von Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Veränderungen betroffen sind und deshalb das Weiterbildungsangebot nicht nutzen können.

Das vom Bundesrat vorgeschlagene Rahmengesetz berücksichtigt nach zahlreichen Diskussionen in den Kommissionen des National- und Ständerats und verschiedenen parlamentarischen Vorstössen bis zu einem gewissen Grad diese Zielgruppen, die vom Staat (Bund und Kantone) gezielt und bewusst angesprochen werden müssen.

Es profitiert die Gesellschaft als Ganzes

Aus unserer Sicht muss dieses Gesetz die Chancengleichheit verbessern und es ermöglichen, wirksam für die Integration der ganzen Bevölkerung in die heutige Wissensgesellschaft und die Berufswelt zu kämpfen. Grundpfeiler dieses künftigen Gesetzes müssen eine Auffrischung der Grundkenntnisse und eine Anerkennung des im Berufsleben erworbenen Wissens unter anderem für folgende Zielgruppen sein:

- Erwachsene, die aus irgendwelchen Gründen nicht direkt nach der obligatorischen Schule eine Berufsbildung abgeschlossen haben;

- Personen, die aufgrund von Schicksalsschlägen Sozialhilfe beziehen, wenig qualifizierte Arbeitskräfte, die derzeit arbeitslos sind und Frauen, die nach einer Familienphase wieder ins Erwerbsleben einsteigen möchten;

- Migrantinnen und Migranten, deren Abschlüsse in unserem Bildungssystem nicht anerkannt sind oder die wenig qualifiziert sind.

Diesen Zielgruppen muss es das Gesetz ermöglichen, wieder in einen Lernprozess einzusteigen und damit auch das Selbstvertrauen zu stärken. Wenn dies gelingt, profitiert die ganze Gesellschaft.

Annexe Dimension

PD Für mehr Chancengleichheit.doc 110 KB

05 décembre 2011, Josiane Aubert, Vice-présidente Travail.Suisse Drucker-icon