Médias – Communiqués de presse

Communiqués de presse récents

Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub sind zu wenig!

In den vergangenen drei Monaten konnte Stellung zum indirekten Gegenentwurf zur Vaterschaftsurlaubs-Initiative bezogen werden. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ unterstreicht mit seiner Stellungnahme seine bisherige Position: Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub sind zu wenig, die von der Initiative geforderten vier Wochen sind bereits ein Kompromiss. Der Verein hat eine entsprechende Vernehmlassungsantwort eingereicht. mehr

Der „Verein Vaterschaftsurlaub jetzt!“ vereinigt insgesamt über 180 Organisationen. Für sie alle ist klar: Die geforderten vier Wochen Vaterschaftsurlaub sind bereits ein gut schweizerischer Kompromiss. Viele die¬ser Organisationen haben eine Vernehmlassungsantwort eingereicht.

Es braucht zwingend mehr als zwei Wochen Vaterschaftsurlaub

Damit ein Vaterschaftsurlaub die Rahmen- und Startbedingungen einer jungen Familie wirklich verbessern kann, braucht es vier Wochen, so wie es die Volksinitiative „Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie“ vorschlägt. Die Argumente sind aus familien- und gleichstellungspolitscher, wie auch aus arbeitsmarkt- und demografischer Perspektive einleuchtend:
• Ein Vaterschaftsurlaub soll die Beziehung innerhalb der (neuen) Familie stärken, damit die Mütter entlasten und zur familiären Stabilität beitragen. Steht Vätern ausreichend Zeit für einen guten Familienstart zur Verfügung, erwerben sie die erforderlichen Kompetenzen und beteiligen sich längerfristig stärker an der Familienarbeit.
• Ein Vaterschaftsurlaub stärkt die Erwerbsbeteiligung der Mütter und ist ein unerlässlicher Pfeiler im Kampf gegen den Fachkräftemangel
• Gleich lange Spiesse für alle Unternehmen und Arbeitnehmer: Heute erhalten vor allem Arbeit-nehmer von grösseren Unternehmen einen Vaterschaftsurlaub. KMU tun sich mit der Finanzierung schwerer. Eine gesetzliche Regelung mit solidarischer Finanzierung bringt gleich lange Spiesse für alle Unternehmen und Arbeitnehmer.

Auf Basis dieser Argumente ist für den Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ klar, dass eine Antwort auf den indirekten Gegenentwurf der SGK-S nur lauten kann: Grundsätzlich ja, aber nur mit vier Wochen Vaterschaftsurlaub.

Wirtschaftlich und organisatorisch sinnvoll und vernünftig

Vier Wochen Vaterschaftsurlaub – flexibel und auch in Einzeltagen innert dem ersten Lebensjahr des Kindes zu beziehen – machen auf jeder Ebene Sinn: Die Familie kann dank dieser Flexibilität die Tage so beziehen, wie es ihren Bedürfnissen entspricht. Gleichzeitig ist es möglich, gemeinsam mit dem oder der Vorgesetzten realisierbare Abwesenheiten zu vereinbaren. Vier Wochen Vaterschaftsurlaub kosten zwischen 400 und maximal 450 Millionen Franken pro Jahr, was für Arbeitgeber und -nehmer je 0.055 Lohnprozente ausmacht. Bei einem durchschnittlichen Monatslohn macht das je 3 Franken aus – weniger als eine Tasse Kaffee.

Es ist an der Zeit, dass sich in der Schweizer Familienpolitik endlich etwas bewegt. Vier Wochen Vaterschaftsurlaub sind ein gutschweizerischer, vernünftiger Kompromiss.

Die Vernehmlassung des Vereins „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ finden Sie unter https://www.vaterschaftsurlaub.ch/blog/zwei-wochen-vaterschaftsurlaub-sind-zu-wenig

Mehr Informationen:
• Adrian Wüthrich, Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident Travail.Suisse, Mobile: 079 287 04 93
• Maya Graf, Vize-Präsidentin Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Co-Präsidentin alliance F, Mobile: 079 778 85 71
• Markus Gygli, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident männer.ch, Mobile: 079 757 79 91
• Philippe Gnägi, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Direktor Pro Familia Schweiz, Mobile: 079 476 29 47

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2019 03 02 MM Vaterschaftsurlaub Vernehmlassungsende d.docx 55 KB

26 février 2019, Adrian Wüthrich, Président et Linda Rosenkranz, Responsable de la communication Drucker-icon

Die AHV braucht deutlich mehr Mittel

Die heutigen Zahlen zeigen es klar und deutlich: Die AHV braucht in den nächsten Jahren Zusatzeinnahmen. Ein erster Schritt zur Stabilisierung der finanziellen Situation der AHV kann nach Ansicht von Travail.Suisse, der unabhängigen Dachorganisation der Arbeitnehmenden, mit der Unterstützung der Steuervorlage STAF gemacht werden. Diese würde der AHV 2 Milliarden Franken zuführen. Das allein reicht jedoch nicht. Im Rahmen der anstehenden Reform muss die AHV mit einer substanzielleren Zusatzfinanzierung ausgestattet werden. mehr

Die heute veröffentlichten negativen Zahlen zum AHV-Fonds sind keine Überraschung. Der demografische Druck durch die Baby-Boomer und die gestiegene Lebenserwartung zeichnet sich schon lange ab. Dementsprechend kommen Zusatzbelastungen auf die AHV zu. Bisher konnte die AHV mit guten Anlageergebnissen das Loch jeweils noch stopfen. Im letzten Jahr sah es anders aus: Wie die meisten Pensionskassen oder auch die Suva verlor die AHV wegen des Rückgangs der Finanzmärkte zusätzlich Geld.

Umlagedefizite mit Zusatzfinanzierung stoppen

Im Gegensatz zu den Pensionskassen ist es jedoch nicht die Hauptaufgabe der AHV, mit Anlagen Geld zu verdienen. Deshalb ist die Anlagepolitik nicht das Hauptproblem der AHV, sondern die in den nächsten Jahren markant steigenden Umlagedefizite. „Die AHV ist angesichts der demografischen Herausforderungen schlicht unterfinanziert“, betont Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. „Sie braucht dringend Zusatzeinnahmen. Sonst können die Renten schon in rund 10 Jahren nicht mehr bezahlt werden.“.

Ein erster Schritt mit STAF

Ein erster Schritt für zusätzliche AHV-Mittel kann im Mai mit der Annahme der STAF-Vorlage gemacht werden. Diese führt der AHV rund 2 Milliarden Franken zu. Damit kann etwas Zeit gewonnen werden. Nichtsdestotrotz muss die danach anstehende Reform AHV 21 eine deutlich stärkere Zusatzfinanzierung bringen: Gefragt ist eine Finanzspritze in der Grössenordnung von 1.5 Mehrwertsteuerprozenten, damit die Renten über das Jahr 2030 hinaus verlässlich bezahlt werden können.

Weitere Schritte müssen folgen

Die Zusatzeinnahmen der AHV sollen hauptsächlich über die Erhöhung der Lohnbeiträge und über eine Mehrwertsteuererhöhung erfolgen: Die Lohnbeiträge garantieren, dass Arbeitgeber und gut Verdienende einen grossen Beitrag an die AHV liefern. Die Mehrwertsteuer stellt sicher, dass die ganze Bevölkerung und nicht nur die Erwerbstätigen einen Beitrag leisten. Angesichts der speziellen Situation der AHV sind auch zusätzliche Finanzierungsquellen zu prüfen. Travail.Suisse schlug im Rahmen der Vernehmlassung zu AHV 21 vor, einen Solidaritätsbeitrag sehr wohlhabender Rentner/innen zu prüfen.

Für weitere Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse und Nationalrat, 079 287 04 93
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, 078 625 72 73

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2019 02 14 AHV braucht mehr Mittel.docx 41 KB

14 février 2019, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale Drucker-icon

Die Lohndiskriminierung der Frauen nimmt zu: Kontrollen sind nötig!

Die heute vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte Lohnungleichheitsanalyse gibt Anlass zur Sorge: Der nicht erklärbare Teil der Lohndifferenz ist um zwei Punkte gestiegen, obwohl die Lohnungleichheit zwischen Frau und Mann landesweit stabil ist. Kurz: Die Lohndiskriminierung der Frauen hat zugenommen. Leider wird die jüngste Revision des Gleichstellungsgesetzes (GlG) diese negative Entwicklung nicht stoppen. Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, erachtet weitere Massnahmen als unerlässlich, um die Unternehmen zum Handeln zu veranlassen. mehr

Je nach Branche gibt es grosse Schwankungen bei der Lohndiskriminierung, wie die vom Bundesamt für Statistik durchgeführte detaillierte Analyse der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2016 zeigt. Den traurigen Rekord des grössten unerklärbaren Teils der Lohndifferenzen hält proportional immer noch die Hotellerie/Gastronomie: Über 80 % der Lohnungleichheit lassen sich nur durch das Geschlecht erklären. Die nächsten Plätze belegen der Detailhandel und die Maschinenindustrie, mit steigenden Anteilen (65,4 und 52,5 %). In den Bereichen Finanzen und Versicherungen liegt der Anteil der Diskriminierung noch bei 30,6 %, d. h. unter dem schweizerischen Durchschnitt von 42,9 %. Durch diese Diskriminierung fehlen im Portemonnaie der Frauen, die in diesen Branchen arbeiten, jeden Monat 327 bis 1291 Franken.

Der öffentliche Sektor kommt dieses Jahr besser weg: Der Anteil der Diskriminierung ist von 41,1 auf 34,8 % gesunken. Travail.Suisse stellt fest, dass die systematischen Kontrollen der Lohngleichheit in diesem Sektor endlich ihre Wirkung entfalten.

2013 hatten vom Bundesamt für Statistik und vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann beauftragte Experten Empfehlungen abgegeben: Um die Diskriminierung zu beheben, müssten Unternehmen verpflichtet werden, ihre Löhne überprüfen zu lassen, und diese Pflicht sei von der Verwaltung zu kontrollieren. Sie müsse für alle Unternehmen mit über 50 Angestellten gelten. Die Berechtigung dieser Empfehlung zeigt sich auch heute wieder: Bei den KMU fallen immer noch die grössten Diskriminierungen an. «Leider ist das Parlament bei der Revision des Gleichstellungsgesetzes auf halbem Weg stehen geblieben, indem es die Schwelle für die Lohngleichheitsanalyse bei 100 Angestellten ansetzte und jegliche verwaltungsseitige Überwachung dieser Kontrolle aufhob. Das ist willkürlich und unangemessen», meint Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik bei Travail.Suisse.

Fazit: Nun obliegt es der Zivilgesellschaft, und insbesondere den Gewerkschaften, die Praktiken der uneinsichtigen Unternehmen aufzudecken.


Lohnungleichheit: Die Abweichungen bei den Löhnen von Frauen und Männern sind auf verschiede-ne Faktoren zurückzuführen – darunter persönliche Faktoren (Alter, Ausbildung, Berufserfahrung), Faktoren im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz (berufliche Situation, Qualifikationsniveau, Tätigkeitsbereich) und unternehmensbedingte Faktoren (Unternehmensgrösse, Branche, Region).
Lohndiskriminierung: Nach Ausschluss der objektiven Erklärungsfaktoren per Regressionsanalyse (Oaxaca-Zerlegung) gelten die verbleibenden Abweichungen bei den Löhnen von Frauen und Männern als unerklärbar und werden von Experten als Lohndiskriminierung bezeichnet.


Für mehr Informationen:
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, 079 598 06 37

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2019 01 31 Lohndiskriminierung.docx 42 KB

31 janvier 2019, Valérie Borioli Sandoz, Responsable politique de l'égalité Drucker-icon

Keine vollständige Strommarktöffnung ohne Begleitmassnahmen für das Personal in der Elektrizitätswirtschaft !

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, ist nicht grundsätzlich gegen die vollständige Öffnung des Strommarktes; allerdings lehnt sie die Revision des Stromversorgungsgesetzes ab, weil diese keine Begleitmassnahmen zugunsten des Personals in der Elektrizitätswirtschaft vorsieht. Bedingung für die vollständige Strommarktöffnung ist zudem die Inkraftsetzung des Stromabkommens mit der Europäischen Union (EU). mehr

Der Revisionsentwurf des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) – die Vernehmlassung dazu endet Ende Monat – entspricht den von Travail.Suisse formulierten Bedingungen nicht. Mit der vollständigen Öffnung des Strommarktes wird sich die Konkurrenz verschärfen und auf die Margen der Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) drücken. Die EVU gehören zu 90 Prozent der öffentlichen Hand, die Löhne und Arbeitsbedingungen des Personals sind deshalb meist eher gut. „Eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen kommt nicht in Frage“, unterstreicht Denis Torche. „Das beste Mittel, um die Arbeitsbedingungen im Falle einer vollständigen Öffnung des Strommarktes zu erhalten, ist die Stärkung der Sozialpartnerschaft. Im Gesetz muss deshalb der Grundsatz eines Branchengesamtarbeitsvertrags für die Stromwirtschaft verankert werden“.

Das neue Stromversorgungsgesetz muss zudem einen Artikel enthalten, der die Bildung und Weiterbildung des Personals fördert. Denn die vollständige Marktöffnung wird die Notwendigkeit von beruflichen Neuorientierungen und Umschulungen beschleunigen. Die Stellen im Bereich der Energiedienstleistungen und des Umbaus der Stromnetze (intelligente Netze) müssen dabei besonders gefördert werden. Es liegt auch im Interesse der Elektrizitätswirtschaft, dass dafür ausreichend qualifiziertes Personal vorhanden ist. Travail.Suisse stellt sich nicht gegen Effizienzsteigerungen und mehr Transparenz im Stromnetz; aber die Anreizregulierung darf nur umgesetzt werden, wenn die guten Arbeitsbedingungen und Löhne erhalten bleiben.

Der heutige Strommarkt funktioniert gut und die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Die vollständige Marktöffnung ist nur sinnvoll, wenn ein Stromabkommen mit der EU in Kraft tritt, welches der Elektrizitätswirtschaft den vollständigen und sicheren Zugang zum europäischen Markt ermöglicht. Ein abschliessendes Urteil zum Stromabkommen ist allerdings erst möglich, wenn dieses veröffentlicht wird.

Für mehr Informationen :
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse und Nationalrat, 079 287 04 93
Denis Torche, Leiter Energiepolitik, 031 3790 21 11 oder 079 846 35 19

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2019 01 29 Vernehmlassung Strommarkt.docx 41 KB

LApEI consultation octobre18.pdf 334 KB

29 janvier 2019, Denis Torche, Leiter Energiepolitik Drucker-icon

Verein „Vaterschaftsurlaub Jetzt!“ gratuliert Kanton Neuenburg

Der Verein „Vaterschaftsurlaub Jetzt!“ ist erfreut, dass der Kanton Neuenburg als Arbeitgeber seinen Angestellten bald vier Wochen Vaterschaftsurlaub anbietet. Damit ist Neuenburg der erste Kanton, welcher die Initiative für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub erfüllt. mehr

Das Neuenburger Kantonsparlament hat diese Woche beschlossen, den Vaterschaftsurlaub, welcher der Kanton seinen Angestellten gewährt, von fünf auf zwanzig Tage zu erhöhen. Der Trägerverein der Volksinitiative für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub ist erfreut, dass der Kanton Neuenburg damit als erster Kanton der Schweiz die Forderungen der Initiative erfüllt. Öffentliche Arbeitgeber haben eine Vorbildfunktion zu erfüllen. Das haben auch verschiedene Städte erkannt, welche ihren Angestellten ebenfalls 20 oder mehr Tage Vaterschaftsurlaub anbieten (Genf, Bern, Luzern, Neuenburg, Lausanne, Biel, Bellinzona).

Für mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub Jetzt!“, Tel. 079 287 04 93
Matthias Kuert Killer, Geschäftsführer Verein „Vaterschaftsurlaub Jetzt!“, Tel. 078 625 72 73

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2019 01 24 Verein gratuliert Kanton NE.docx 30 KB

24 janvier 2019, Matthias Kuert Killer, Responsable politique sociale Drucker-icon